Leonhardiritt in Meilenhofen !
Meilenhofen: Ihre Bedeutung für die Landwirtschaft haben die Pferde weitestgehend verloren. Zum Einsatz kommen sie mittlerweile nur noch in Sport und Freizeit. Trotzdem beteiligen sich alljährlich Dutzende von Reitern mit Pferden und Gespannen im Landkreis Eichstätt an den Wallfahrten in Gammersfeld und Meilenhofen zu Ehren des Heiligen Leonhard, des Schutzpatrons der Pferde, um ihre Tiere segnen zu lassen. Gestern waren es wieder 62 Reiter und acht Gespanne, die sich trotz des kalten und nebligen Wetters zu einer farbenprächtigen Leonhardiwallfahrt von Meilenhofen nach Zell eingefunden hatten.

Vor den vielen Zuschauern und Gläubigen, die sich an dem Gottesdienst vor der Pfarrkirche St. Michael und der anschließenden Prozession beteiligten, nannte der Nassenfelser Diakon Diether Hofmacher auch den Grund für diese Anteilnahme: "Mit diesem Brauchtum sagen wir ,Ja` zum Schöpfer und seiner ganzen Schöpfung. Wir schauen aus der Hast und Unruhe des Alltags hinaus und werden dankbar." Unter Hinweis auf den Grundsatz der Benediktinermönche "Bete und arbeite" erinnerte Hofmacher daran, dass sich nur durch Können und, wie er betonte, eine Erfüllung des Herzens ein Aufbau vollziehen könne. "Holt Gott in den Alltag hinein und haltet lebendig, was die eigentliche Quelle ist, die alles speist", so der Prediger.

Die folgende Prozession ins nahe gelegene Zell war eine Demonstration für Glaube und Brauchtum. Pferde und mit Blumen geschmückte Kutschen zogen an Pfarrer Zdzislaw Szmeichel vorbei, um den Segen zu empfangen. Er stieg dann selber in den Sattel und schloss sich dem Zug aus Gläubigen, Tieren und Fuhrwerken an, der bald in dem dichten Nebel über den brachliegenden Äckern zwischen Meilenhofen und Zell verschwand und auf dem Rückweg dann einer Vision ähnlich wieder zum Vorschein kam.

Nicht nur Blumen verzierten Pferd und Gespann, auch viele kleine Glöckchen waren an manchen Tieren und Gefährten befestigt und untermalten das Klappern der Hufen mit einem fröhlichem Geklingel - nur manchmal überstimmt von den Klängen der Blaskapelle, die die Prozession wie schon zuvor den Gottesdient musikalisch begleitete. Die Geräusche blieben häufig das Einzige, was von dem Zug in den dichten Nebel noch wahrzunehmen war. Die Prozession beendete traditionell die Ausgabe von gesegnetem Brot und Salzringen vor der Meilenhofer Kirche an die Reiter und Fahrer für ihre Pferde.

Das Programm am gestrigen Sonntag schloss mit dem Pferderennen auf den Schutterwiesen. Bei den Haflingern siegte Reiterin Susanne Trost (Egweil) vor Heike Mader (Ingolstadt) und Melanie Seidl (Tauberfeld). Erster auf den Warmblütern wurde Karolina Rößler (Pietenfeld). Es folgten auf den Plätzen zwei und drei Karl Groner (Biesenhard) und Brigitte Speth (Nassenfels). Das Rennen mit den Vollblütern gewann Sabrina Lesnich (Meilenhofen), gefolgt von Melanie Groner (Biesenhard). Inge Pickel (Walting) kam Platz drei